Literatur

Jährlich erscheinen rund 150 neue plattdeutsche Bücher. Kleinräumige Vertriebszirkel herrschen vor, die Zahl der überregionalen Verlage ist sehr begrenzt. Die Zahl der Veröffentlichungen im Selbstverlag oder bei Books on Demand steigt seit 2000 kontinuierlich. Einen guten Überblick über den Buchmarkt gibt die Plattform Plattschapp: https://plattschapp.de.

Die meisten niederdeutschen Texte sind thematisch auf das Alltagsleben ausgerichtet. Es herrschen kurze Erzählungen vor, die nicht selten einen autobiografischen und humoristischen Einschlag haben. Daneben gibt es aber auch eine Tradition längerer Erzählungen und moderner Lyrik. Vielen erschließt sich erst auf den zweiten Blick, dass in der neuen niederdeutschen Literatur durchaus eine Vielfalt der Formen und Themen herrscht.

Seit den Anfängen der neuen niederdeutschen Literatur in der Mitte des 19. Jahrhunderts zeichnet sich ein Ringen um eine angemessene Schreibung ab. Das Prinzip der möglichst lautgetreuen Wiedergabe der Laute in Schriftzeichen konkurriert dabei mit dem Versuch, überregionale Schreibkonventionen zu etablieren. Dieser Prozess ist auch heute nicht abgeschlossen. Zum einen gibt es immer noch Autoren, die vorgeben, so zu schreiben, wie sie sprechen, zum anderen haben sich mehrere niederdeutsche Schreiblandschaften herausgebildet, in denen mehr oder weniger konsequent eine Basisregeln eingehalten werden. Das gilt für das Nordniedersächsische (nach Saß), das Ostfriesische, das Westfälische und das Mecklenburgisch-Vorpommersche.

Ein zentraler Anlaufpunkt für niederdeutsche Literatur ist seit 1948 die Bevensen-Tagung, die jährlich im September zusammenkommt. Etabliert ist ebenfalls die Plattdeutsche Buchmesse, seit 1998 jeweils am zweiten November-Wochenende von der Carl-Toepfer-Stiftung (Hamburg) ausgerichtet (https://www.carltoepferstiftung.de).

Zur Förderung qualitätvoller Literatur wird regelmäßig eine größere Zahl regionaler wie auch überregionaler niederdeutscher Preise ausgelobt (s. Link zu den Preisen).

Eine wichtige Anlaufstelle für niederdeutsche Literatur und die Beschäftigung mit ihr bilden die Literaturgesellschaften. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten bilden sie wichtige regionale Ankerpunkte für die niederdeutsche Kultur:

Augustin Wibbelt-Gesellschaft
https://augustinwibbelt.de/

Christine-Koch-Gesellschaft
https://literatur-sauerland.de/gesellschaft/

Fehrs-Gilde
http://www.fehrsgilde.de/

Freudenthal-Gesellschaft
http://www.freudenthal-gesellschaft.de/

Fritz Reuter Gesellschaft
https://www.frgev.de/

John Brinckman Gesellschaft
http://www.brinckmangesellschaft.de

Klaus-Groth-Gesellschaft
https://www.groth-gesellschaft.de

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