Sprachenpolitik

Plattdeutsche Sprachenpolitik liegt auf überregionaler Ebene in den Händen des Bundesraat för Nedderdüütsch. Dieses Gremium vertritt die Interessen der Platt-Sprecher gegenüber den Bundesländern, dem Bund und den europäischen Instanzen. Der Bundesraat för Nedderdüütsch setzt sich aus jeweils zwei Delegierten aus den acht Bundesländern zusammen, welche die Sprachencharta gezeichnet haben: Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Die Sprechergruppe der Plautdietschen entsendet ebenfalls zwei Delegierte in das Gremium.

Mit dem In-Kraft-Treten der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen im Jahr 1999 entstand die Notwendigkeit, dass sich die Plattdeutschsprecher in politischen Fragen positionierten und ihre Positionen in die sprachpolitischen Gremien der Länder, des Bundes und des Europarats einbrachten. Ausgehend von den Landesheimatbünden gründete sich der Bundesraat för Nedderdüütsch im Jahr 2002.

Die Grundlage für nahezu alle sprachpolitischen Aktivitäten für das Plattdeutsche bildet die Europäische Sprachencharta. Mit diesem völkerrechtlich verbindlichen Abkommen haben sich die Bundesländer zu bestimmten Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Verwaltung, Justiz, Medien, Kultur, wirtschaftliches und soziales Leben sowie grenzüberschreitender Verkehr verpflichtet. Der Bundesraat begleitet den Umsetzungsprozess kritisch und gibt gleichzeitig Impulse. Positionspapiere, öffentliche Veranstaltungen und informierende Broschüren des Bundesraats sorgen für eine möglichst breite gesellschaftliche Diskussion. 

Schwerpunkte lagen vor allem in der Bildungspolitik (dabei insbesondere: Schule), den Medien und im sozialen Bereich im Feld der Alten- und Krankenpflege.

Die Koordination der sprachpolitischen Arbeit obliegt dem Niederdeutschsekretariat.

https://www.niederdeutschsekretariat.de

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